Geld Monopole - Kreislaufkollaps - Juni 6, 2008 -
das-eigene-geld-fest-im-griff/219″>geldimmt. Ich bleibe aber dabei, dass dabei der “carry-tax” nichts
> entscheidendes bringt - zumindest solange wie die “konventionelle”
> Inflation einen besseren Zweck erfüllt, nämlich -alle-
> Kapitalvermögen zu reduzieren und so ein wenig der Akkumulation
> entgegenzuwirken, ohne wesentlich Anreizstrukturen zu verändern.
Der Geldmarktzins besteht aus mehreren Teilen, da Bankmarge,
Risikoausgleich und Inflationsausgleich zur eigentlichen
“Liquiditätsverzichtsprämie” aufgeschlagen werden. Somit nehmen bei
steigender Inflation auch die Zinsen zu. Inflation entwertet heute
also nur die Vermögen derjenigen, die zu wenig Macht auf dem
Kapitalmarkt aufgrund zu geringer Vermögen haben, um ordentliche
Zinsen rauszuschlagen. Die großen Vermögen kriegen ziemlich sicher
ihren Inflationsausgleich, weshalb Inflation die großen Vermögen
nicht wirklich sonderlich belasten dürfte.
> Anders gesagt: Ich sehe keinen großen Nutzen (aber auch keinen
> Schaden), nicht angelegte Kapitalvorräte höher zu belasten als
> angelegte.
Jede Bank muß je nach Langfristigkeit des angelegten Geldes eine
bestimmte Menge Bargeld vorrätig halten, um die potentiell
auftauchenden Kunden zu befriedigen. Die Kosten dieses Geldes wird
die Bank sicher auf die Verursacher umlegen, so daß eine Treppe von
Geldkosten auch für Guthaben entsteht. So eine Treppe haben wir auch
heute, bei der Bargeld mit 0% und langfristige Einlagen mit - naja,
derzeit vielleicht 4% verzinst werden. Mit carry tax würde diese
Treppe nach unten absinken.
Je mehr Geld-Vermögen gesamtgesellschaftlich angehäuft wird, statt
z.B. in Sach- oder Wissensvermögen zu investieren, umso höher wird
das Kapitalangebot auf dem Markt. Erhöhtes Angebot führt bei
gleichbleibender Nachfrage zu einem sinkenden Preis - weil ja in dem
Fall jeder Gebühren tragen muß, steigen demnach die Gebühren auf Geld
auch für Guthaben. Deshalb wird es teuer, noch mehr Geld zu sammeln,
weshalb das Wirtschaftssystem so reagiert, daß die Menschen weniger
arbeiten, wenn sie sowieso nichts brauchen. Würden sie was brauchen,
würden sie das Geld auch dagegen eintauschen (und sei es auf
Ratenzahlung!).
Besonders große Vermögen sind betroffen: Wenn jemand 1 Mio Gespartes
mit 6% (um mal einen völlig überschwemmten Kapitalmarkt als beispiel
anzunehmen) belastet sieht, so muß er erstmal 60.000 jährlich dafür
arbeiten, allein um die Kapitalhaltekosten reinzukriegen. Dann kann
er also auch erstmal von seinen Vorräten zehren. Es entsteht eben
eine völlig neue Art der Selbstoptimierung des
Systems, die heute ja völlig aus dem Ruder ist: Wir sollen mehr
arbeiten, obwohl die Unternehmen ihr Zeug nicht mehr loswerden und
Millionen auf der Straße sitzen.
Das Freigeld-Konzept würde aus meiner Sicht genau antizyklisch
wirken…
> Da man wohl davon ausgehen kann, dass auch gehortete Geldbestände
> irgendwann wieder aufgelöst werden, führt die Hortung zwar zu
> Schwankungen (nämlich der effektiv umlaufenden Geldmenge) im System
> (womit wir die im forum bereits angesprochene Nullpunktverschiebung
> hätten), nicht aber zu nachhaltigen Problemen, die das System
> instabil machen könnten.
Nur wenige Menschen gehen davon aus - du offenbar auch nicht
-
daß es je zu einem Problem im System kommen kann. Deshalb nehmen sie
auch an, Geldbestände könnten beliebig lange angehäuft werden. Sie
haben deshalb überhaupt keinen GRUND, Gespartes wieder auszugeben,
weshalb immer weiter gespart und gespart und gespart wird. Seit
Jahrzehnten. Das System beginnt soeben, einen Grund zu schaffen: Es
produziert eine Krise, in der eine Menge Menschen auf ihr Erspartes
zurückgreifen müssen. Leider die falschen…
Diese “Freiwirte” wollen nur gern dem System diese Macht aus der Hand
nehmen und sie gern selbst unter Kontrolle bringen. Sie mögen nämlich
nicht von Maschinen kontrolliert werden…
> Ich wollte ja auch nicht behaupten, dass die angesprochenen Ideen
> völlig nutzlos sind, sondern eher darauf hinweisen, dass einigen der
> angesprochenen Probleme viel schwierigere Ursachen zu Grunde liegen -
> insbesondere jene, die mit hohen bzw. überhaupt vorhandenen Zinsen
> zusammenhängen.
Vielleicht…
> Da kann ich nur zustimmen, und genau das meinte ich mit den
> Rahmenbedingungen für die (ansonsten freie) Marktwirtschaft, die es
> zu setzen gilt.
Geld ist Grundstoff des Wirtschaftens geworden. Ohne Geld läuft in
dieser hochgradig arbeitsgeteilten Welt NICHTS mehr. Nicht eine
einzige Transaktion, die wirklich wichtig ist. Das meistgehandelte
Gut auf Erden ist Geld. Es wird genau so oft gehandelt wie ALLE
ANDEREN GÜTER zusammen. Das Problem ist: Es ist ein Monopolgut und
JEDES Monopolgut erzielt eine Monopolprämie, sei es das
Monopolfernsehen (welche LEISTUNG wird eigentlich durch Werbung
geschaffen? Sind Werbeumsätze leistungslose Einkommen?), das
Monopolglaubenssystem (Kirchensteuer?), das Politikmonopol
(Korruptionskollateralschäden), Bodenmonopol (Mieten),
Softwaremonopol (Microsoft macht 30% Gewinn vom Umsatz! Wer macht das
noch?), Geldmonopol (ca. 30% in jedem Produktpreis sind
Kapitalkostenanteile, also ZINS, also Monopolprämie, also
leistungsloses Einkommen). Ein Hoch auf den Architekten, er hat Humor
und Kreativität bewiesen
> Aber das Volk braust ja schon auf, wenn neben
> Milliarden an Kohlesubventionen auch noch einige 100 Millionen
> indirekte Unterstützung an erneuerbare Energien gezahlt werden - und
> das obwohl da - mehr oder weniger - jeder dafür ist.
> Solange Otto Normal den Treibhauseffekt nicht vom Ozonloch
> unterscheiden kann, wird sich daran auch nicht viel ändern. Und die
> Blödheit wird ja nicht weniger, wenn an der Bildung gespart wird und
> gleichzeitig die Ausgaben für Dummmarketing explodieren
Treibhauseffekt? Ist das nicht ebenso eine Art Werkzeug, welches
soeben dabei ist, die Parameter des Umweltsystems neu anzupassen?
Genau wie eine Gebühr auf Geld ein Werkzeug wäre, sozusagen eine Art
Umprogrammierung des Objekts “Geld”, ein Parameter in unserem
Wirtschaftssystem ist, welcher angepaßt wird.
’schuldigung, wenn ich mich etwas ereifert haben sollte, aber
manchmal überkommts mich halt
Gute Nacht, Norbert
[…] veröffentlichen wird. Nebenbei glaube ich nicht, daß es den Produzenten und Herstellern von Musik geldmäßig so furchtbar schlecht geht, als daß die Bürden für den ehrlichen Nutzer damit […]
Add a Comment:
You must be logged in to post a comment.