>geldcDoc schrieb:
> [hochselektives Bildungssystem]
> > Das ist jetzt natürlich mehrfach dummes Zeug, sorry.
>
> http://tinyurl.com/3a9m7j
Willst du mir im Ernst die Ergüsse einer Tagung mit dem Titel
“klasse.bildung.klassenbildung” als objektive Quelle bringen? - Das
sind stramm linke politische Standpunkte, schon mit einem Schuss
Ideologie, aber keine Fakten.
[…]
> > Wie ich oben schon sagte: Auch in den “sozial schwierigsten Vierteln”
> > haben die meisten Menschen Arbeit.
>
> Im Osten der Republik sind Arbeitslosenraten von bis zu 20% durchaus
> normal. Das heisst natürlich immernoch, dass ‘die meissten Menschen
> Arbeit haben’,
Eben.
> aber es handelt sich immerhin um ein Fünftel der
> Bevölkerung ohne echte Zukunftsperspektive!
Natürlich können diese Menschen eine Zukunftsperspektive haben - nur
eben nicht mehr in ihrem ehemaligem Job, in ihrem alten Betrieb,
vielleicht auch nicht mal in ihrem bisherigen Beruf oder Wohnort.
> Sag jetzt mal, was die
> konkret dafür tun könnten, sich aus dieser Lage herauszu’arbeiten’?
Eine viel höhere Rate an Unternehmensgründern im Osten wäre
tatsächlich nötig - aber die dazu nötig Einstellung hat das
DDR-Regime ja sehr gründlich und nachhaltig bekämpft.
> Viele wandern ja ab Richtung Westen, weil es im Osten absolut nichts
> für sie zu tun gibt!
> Aber das kanns ja wohl auch nicht sein.
Warum nicht? Warum dort wohnen, wo es nichts (mehr) gibt, und
vorraussichtlich nie mehr etwas geben wird?
> > Und deswegen ist einfach die Verallgemeinerung dieser Verhältnisse
> > falsch, und kann niemals die Rechtfertigung für individuelles
> > Fehlverhalten oder Versagen bieten.
>
> Du machst es dir wirklich leicht. ‘Individuelles Fehlverhalten’ - das
> solltest du mal den Leuten auf der Arge erzählen, die da regelmässig
> vorstellig werden. Erklär ihnen doch mal, was sie falsch machen und
> wie sie alle da raus kommen können.
Na klar, Menschen lassen sich doch so gerne von anderen erzählen, wie
und was sie falsch gemacht haben … mit ein Grund, warum auch
Politiker sich vor so was immer drücken. Den Leuten die Wahrheit
sagen, auch über sie selbst, Klartext reden? Das gibt keine
Wählerstimmen … .
> Lass die Idee am besten
> patentieren - dafür gibt es hier ne enorme Nachfrage! [scnr]
In dieser deiner Aussage steckt etwas: “die” Idee, “die” eine Lösung,
die gibt es überhaupt nicht, genau so vielfältig wie die Ursachen
sind auch die (möglichen) möglichen Versäumnisse - ich habe nicht
gesagt, daß es immer ein Versäumnis ist, manche Regionen im Osten
Deutschlands sind da Sonderfälle.
> [Ausgrenzung bei Kindern soz. schwacher Familien]
> > Nur weil sie eben weniger von dem “geistiges Rüstzeug” haben, weil es
> > ihnen im Elternhaus nicht schon von Anfang an vermittelt wurde.
>
> Nein definitiv nicht. Ausgrenzung läuft auch über Statussymbole,
dann ist man in der Schule in der Gruppe “die ohne Statussymbole”;
sind mittlerweile so viele, daß sie nicht “ausgegrenzt” sind, sondern
eine eigene Gruppe aufmachen können.
> elterlichen Einfluss (’gut Situierter’) auf den Lehrkörper
über dermaßen dumpfhafte Verschwöringstheorien (”Einfluss gut
situierter”) rede ich nicht, den alten Klassenkampf-Scheiss kannst du
behalten.
> Der Faktor Geld (reiche Eltern) ist
> gerade in der Schule ein Problem, weil viele Wünsche und Bedürfnisse
> der Kinder und Jugendlichen zunehmend an diesen gekoppelt sind und
> wer da nicht mitziehen kann, fällt zwangsläufig zurück.
“Fällt zurück” wobei? Jedenfalls nicht bei den Noten und Leistungen.
Höchstens beim Protzen und Angeben mit Dingen, die er nicht selbst
verdient hat. - Ob das für das spätere Leben ein so großer Vorteil
ist, wenn der Papa irgendwann nicht mehr für alles bezahlt …
> Da kann sich
> ein Kind der Unterschicht noch so sehr ins Zeug legen und büffeln -
> wenn er sich kein ordentliches Handy und ‘akzeptable’ Klamotten
> leisten kann, gilt er einfach als Looser.
Dann ist er ein “Looser” - mit guten Noten. Die besten
Vorraussetzungen für ein erfolgreiches späteres Leben …
Natürlich kenne ich dieses Problem, bei Jugendlichen in dieser
speziellen Phase, es hat m.E. auch nicht mit Hartz4, auch nicht mit
“Glück und Geld” direkt zu tun, sondern damit, da es überhaupt
gesellschaftliche Unterschiede gibt - die sich nie haben abschaffen
lassen.
> Das tragische ist, dass ihm
> in dieser Situation wirklich nur das Geld helfen könnte, was er nicht
> hat, oder er müsste es sich erst irgendwie ‘beschaffen’.
Das ist nicht “tragisch”, sondern Bockmist. “jedem gleich viel
Staussymbole?”, eine idiotische Forderung.
(ganz abgesehen, daß diese “angeglichenen” Statussymbole als solche
dann wertlos wären, und sich andere Statussymbole herausbilden
würden.
[…]
> > Das wird jetzt immer dämlicher mit deinen Statistik-(Un)kenntnissen!
>
> Bitte lass diese Angriffe oder ich werde dich beim nächsten Mal
> kommentarlos filtern. Auch wenn du meinst, auf diesem Gebiet
> intellektuell überlegen zu sein, rechtfertigt es nicht diese
> ungehobelte Art mit mir zu reden.
Es geht hier nicht um “Überlegenheit” oder dergleichen - es ist mir
irgendwann einfach zu viel Arbeit, auf diesem Wege zustande gekommene
und entsprechend haltlose Argumente zu widerlegen - auf die du selbst
verzichtet hättest, bei besseren Statistik-Kenntnissen.
Keiner kann alles kennen oder können -ich genau so wenig-, aber man
sollte wissen, daß man etwas nicht weiss. Auch und gerade bei
Statistik, denn hier ist die Gefahr von Fehlinterpretationen und
falschen Annahmen und Anwendungen sehr groß.
> > Auch in anderen europäischen Ländern ist dies keineswegs “gleich”
> > verteilt, lediglich die Unterschiede sind etwas geringer.
> > […] Seltsam nur, daß D trotzdem seit Jahrzehnten führend in
> > Wirtschaft und Export ist, und es gerade wieder so aussieht, als das
> > daß auch so bleibt.
>
> Klar, der Export ist natürlich das Maß aller (ökonomischen) Dinge…
Er zeigt zumindest an, daß wir einiges (wirtschaftlich) besser
können, als alle anderen - sonst würde die Welt nicht soviel bei uns
kaufen. Und das trotz unseres so schrecklich ungleichen
Bildungssystems, wie ist das nur möglich … .
[…]
> > > bloss um die gesellschaftliche Anerkennung zu
> > > ‘erzwingen’,
> > Einen so haarsträubenden Blödsinn habe ich nun tatsächlich noch nicht
> > gesehen - gesellschaftliche wie jede andere soziale Anerkennung kann
> > man niemals “erzwingen”, sondern immer nur verdienen und erwerben.
>
> Eine auf das Ziel ‘Anerkennung zu erhalten’ ausgerichtete Bestrebung
> ist sehr wohl der Versuch, es zu erzwingen.
Nein. Man kann niemanden zu der Anerkennung eines anderen zwingen -
weil es in diesem Moment keine Anerkennung mehr wäre. Das “ohne
Zwang” ist bei Anerkennung zwangsweise impliziert.
> Dahinter steht oftmals
> ein gehöriges Defizit welches nach Kompensation verlangt.
Mag sein, Dann kann man versuchen, Anerkennung durch andere zu
erwerben, zwingen kann man neimanden dazu.
[…]
> Mancher Sohn reisst sich das ganze Leben den
> Ar*** auf, nur um von seinem ach so tollen Vater mal etwas
> Anerkennung zu bekommen. Das genau ist ein ‘Erzwingen’, freilich eine
> Form von ‘Erwerben’, aber eben nicht ohne Zwang, der von anderen
> Personen oder eben Umständen ausgeht.
Das ist dann zwar ein “zwanghaftes” Verhalten, betrifft aber nicht
die Anerkennung selbst, die kann -in diesem Fall durch den Vater- nur
freiwillig erfolgen.
> > > die einem sonst vorenthalten, anderen jedoch einfach
> > > nachgeworfen wird?
> > Gesellschaftliche Anerkennung wird niemandem “nachgeworfen”, die muss
> > man sich immer verdienen, erwerben.
>
> *prust* sry
> Amerika hat einen amtierenden Präsidenten, der im Prinzip nie etwas
> anderes wahr, als ein ‘professioneller Sohn’. Mieserabler Schüler,
> trotzdem auf die Uni (klar, muss ja…) - verhaun, egal. Man muss nur
> schön auf Papas Fährte bleiben, dann wird man Wirtschaftsboss, sogar
> Gouverneur und - wie der Papa einst - Präsident der USA. Womit hat er
> sich denn die Anerkennung verdient, die ihm (durchaus) zuteil wird?
Anerkennung? Bush? Von wem? Von dir hier gerade? Oder von mir? - Von
allgemeiner persönlicher! Anerkennung ist Bush selbst in den USA weit
entfernt, die Anerkennung wird dem Amt des Präsidenten, weniger
seiner Person zuteil.
> Hast du eine Ahnung, wie viele Karrieren in einer ähnlich forcierten
> Art verlaufen?
Die Leute machen vielleicht Karriere, doch wenn sie ihre Anerkennung
nicht verdienen, oder nicht mehr verdienen, dann verlieren sie sie
auch. Wieviel soziale Anerkennung hat denn z.B. ein Herr Hartz heute
noch? Er mag billig beim Prozess durchgekommen sein, er mag immer
noch Geld haben, aber soziale Anerkennung? - Nee, das funktioniert
recht zuverlässig mit der sozialen Anerkennung - die kann man nicht
herbeiprozessieren oder kaufen, schon gar nicht wird sie einem
“nachgeworfen”
> Natürlich kann einem Anerkennung nachgeworfen werden!
Was ich oben wohl widerlegt habe.
> Jedem Touristen wird Anerkennung nachgeworfen, nur weil er Geld ins
> Land bringt! Was willst du mir hier eigentlich für einen Bären
> aufbinden?
Du liegst wirklich völlig daneben - daß ist bei Touristen keine
“Anerkennung”, schon gar keine soziale, daß einzige, was da
“anerkannt” wird, ist, daß der Tourist ein Geschäftspartner,
bestenfalls ein Gast ist, mit dem man Geld machen kann.
Gruss,
TecDoc