Wunsch Geld

Keine Panik auf der Titanic! - Wissen ist Geld

Erst einmal herzlichen Dank für den guten Artikel.
Nichtsdestrotz sehe ich mich veranlaßt ein wenig Kritik zu üben.
Meine Kritik richtet sich gegen die düsteren Zukunftsaussichen, die
in diesem Artikel gezeichnet werden.
Ob Kopierschutzmechanismen/restriktive Lizenzmodelle etc. langfristig
Bestand haben werden, liegt nämlich hauptsächlich an der Akzeptanz
des Verbrauchers. Ebenso wie der Marktpreis das Ergebnis der
Zusammenspiels von Angebot UND Nachfrage ist, so ist auch die
Implementierung o.g. Mechanismen das Ergebnis von Angebot UND
Nachfrage.
Solange Verbraucher diese akzeptieren, werden sie sich auch
etablieren. Es liegt also am Verbraucher diese abzuschmettern. Wenn
alle Informationsgüter nach Einführung besagter Technologien
weiterhin wie bisher gekauft werden, dann wird die Content-Industrie
davon ausgehen, daß diese Mechanismen vom Verbraucher akzeptiert
werden (wie jüngst am Bsp. der Musik-Industrie öffentlich geschehen).
Es gibt eben neben der Entscheidung Produkt X oder Produkt Y zu
kaufen auch noch die Option des Nichtkonsums. Würde ein Großteil der
Verbraucher alle Informationsgüter die mit diesen restriktiven
Mechanismen ausgestattet sind konsequent meiden, dann würde die
Content-Industrie mittelfristig einsehen, daß es gewinnbringender ist
ein gewissen Grad an ‘fair use’ und die damit verbundenen negativen
Begleiterscheinungen zu akzeptieren, als überhaupt nichts mehr zu
verkaufen. Die Abstimmung über mehr oder weniger Kopierschutz findet
nicht in den Konzernzentralen oder in den Rechtsausschüssen statt,
sondern auf dem Markt. Abstimmung per Geldbeutel.
Das dies (trotz des angesprochenen Koalitionsproblems) kein
theoretisches Konstrukt ist, zeigt die Praxis. Nachdem mehrere
Großkonzerne damit gedroht haben Windows XP im Falle einer
Zwangsregistrierung nicht zu verwenden, gab MS nach und bracht eine
nicht registrierungspflichtige Version von XP für Unternehmen heraus.
Ebenso zeigt der bis heute nur marignale Absatz von DAT-Rekordern
(die ja mit Kopierschutz ausgestattet sein müssen), daß dem
Verbraucher eben nicht an solchen Techniken gelegen ist, da diese den
Wert der Informationsgüter einschränken.
Die Konsequenz (um die angesprochene düstere Zukunft uz verhindern)
kann m.E. nur lauten:
1. So viele Verbraucher wie möglich über die möglichen Folgen
aufklären (wie in diesem Artikel geschehen)

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